Leitfaden

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Sportlicher Leitfaden Union Velbert Jugendabteilung

1 BEWEGGRÜNDE
Der SV Union Velbert lebt im Wesentlichen vom ehrenamtlichen Engagement seiner Mitglieder. Speziell der Jugendbereich ist von einer Fluktuation und einer stetigen Neubesetzung von Trainerposten im unteren Jugendbereich gekennzeichnet. Dieser Leitfaden soll dazu beitragen, allen Trainern die Grundlagen und Ziele der Jugendabteilung zu vermitteln und so auch neuen Trainern den Einstieg erleichtern.

2 METHODIK
Gerade bei den Trainern der jüngeren Jugendmannschaften ist der Anteil von Elternteilen und ehemaligen Fußballern des Vereins sehr hoch. In den seltensten Fällen wurden die Trainer vor ihrer Tätigkeit für die Vermittlung von kindgerechten Training ausgebildet. Mit dem Leitfaden sollen Hilfestellungen für ein altersstufengerechtes und interessantes Training gegeben werden. Überforderungen, aber auch Unterforderungen sollen vermieden werden. Durch die einheitliche Herangehensweise soll ein  kontinuierlicher Trainingserfolg gewährleistet werden.

3 AUFBAU UND SPORTLICHE INHALTE
Die Einteilung der Kinder und Jugendlichen bis zum Eintritt in die Volljährigkeit erfolgt in drei Bereiche:
GRUNDLAGENBEREICH – BAMBINI UND F-JUGEND
AUFBAUBEREICH – E-UND D-JUGEND
LEISTUNGSBEREICH – C-BIS A-JUGEND

Grundlagenbereich Bambini
In der Bambini soll den Jüngsten der Fußball auf spielerische Art und Weise beigebracht werden. Sämtliche Trainingseinheiten sollten eher einen Spiel-Charakter haben um den Spaß an der Bewegung zu fördern. Dabei müssen die Übungsformen nicht zwingend fußballspezifisch sein. Vielmehr kommt es darauf an ein breites Spektrum an Bewegungsformen in das Training zu integrieren um die Basis für die kommenden Jahre zu legen.

Dazu können Fang und Wurfspiele, leichte Koordinationsaufgaben aber natürlich auch Ballgeschicklichkeit eingebaut werden. Im Vordergrund sollte aber immer der Spaß stehen.
Die Kinder machen „lassen“

L = Lange Wartezeiten vermeiden !
A = Aufgaben einfach, aber variantenreich anbieten !
S = Spielerisch üben !
S = Spiele in kleinen Feldern und kleinen Gruppen organisieren !
E = Erfolgserlebnisse für jedes einzelne Kind ermöglichen
N = Nicht nur fußballspezifische Lernziele verfolgen 

Bambini: Ballgewöhnung statt Techniktraining
Fußballspezifisch:

Schießen : ruhender Ball und rollender Ball  
Ballannahme: Anhalten mit der Sohle
Dribbling: Laufen geradeaus, gehen mit Richtungsänderung
Ballgefühl: Einmalaufgaben

Allgemeine Koordinationsaufgaben
Um dem Wünschen der Kinder gerecht zu werden, gibt es beim Bambini-Fußball keine festen Positionen. Jeder darf mal spielen wo er will. Auch der Torhüter sollte häufig gewechselt werden. Die „Rudelbildung“ um den Ball ist durchaus gewünscht. Alle Spieler haben eine gesicherte Spielzeit von mindestens 50% mit gleichmäßiger Anzahl von „Startelfeinsätzen“

Ziel: Tore erzielen, Tore verhindern  

Grundlagenbereich F-Jugend
Während bei den Bambinis in erster Linie die Förderung der Bewegung im Vordergrund stand, kommt bei den F-Junioren die Schulung der technisch-spielerischen Vielseitigkeit dazu. Grundtechniken werden erlernt wobei der Gedanke des „machen lassen“ noch immer dominiert. (Straßenfußball) Weiterhin sollte natürlich die Freude am Spiel  im Vordergrund stehen.   

F-Junioren: Techniktraining beginnt (Grobfom)
Fußballspezifisch:

Torschuss: besonders Spannstoß (auch als volley aus der Hand), Dropkick
Innenseitstoß nach eigenem Anspiel
Finten : Ausfallschritt, Rivelinho, Lokomotive, Übersteiger, Zidane
Dribbling: einfache Richtungsänderungen, abkappen
An- und Mitnahme flach zugespielter Bälle
Kopfball: spielerische Gewöhnung ( nur Soft oder Plastikbälle)
Jonglieren: einfache Kombinationen
Beidfüßigkeit in allen Übungen fördern
Allgemeine Koordination (Motorik, Schnelligkeit, Beweglichkeit)  

Hauptziel ist noch immer: Tore erzielen, Tore verhindern
Erlebnis vor Ergebnis  

Es sollten immer noch häufig Positionen variiert werden. Die Begriffe Abwehr, Mittelfeld, Angriff sollten zur Aufstellung benutzt werden. Die Kinder sollen sich trotzdem frei im Spielfeld bewegen und Ihre Positionen verlassen dürfen. „Rudelbildung“ ist die Vorstufe zum ballorientierten Pressing. Die Kinder sollten spielerisch grundlegende Spielprinzipien erlernen z.B. (Über außen spielen, Doppelpass, Klären vor dem Tor, etc.)

Alle Spieler haben eine gesicherte Spielzeit von mindestens 50% mit gleichmäßiger Anzahl von „Startelfeinsätze 

Aufbaubereich E-Jugend  
Im E-Jugendbereich beginnt das „goldene Lernalter“. Die Kinder fangen an, ihre Spielfreude und ihre Spielideen umzusetzen. Das fußballspezifische Training nimmt zu. Im Vordergrund steht die Ausbildung der technischen Qualität. Individualität sollte gefördert und gefordert werden.   

E-Junioren: Techniktraining (Feinform)
Training des „anderen“ Fußes nimmt zu

Vollspannstoß ohne Drall, Innenspannstoß diagonal
Innenseitstoß ohne Drall, gerade und flach, auch als Direktpass
Dribbling: höheres Tempo, abkappen, schwierige Richtungsänderungen
Finten: schräges Anlaufen, doppelte Finten, Finten verfeinern
An- und Mitnahme: „Ansaugen“ von zugeworfenen Bällen
Jonglieren: Mehrfachkombinationen
Kopfball: aus dem Stand geradeaus

Allgemeine Koordination, Beweglichkeitsübungen und Körperstabilisationsaufgaben als Hausaufgabe (zur Gewöhnung), spielerisches Krafttraining
Im Mittelpunkt sollte die saubere Technik stehen. Grundsätzlich gilt „vom Einfachen zum Schweren“ und vom „Langsamen zum Schnellen“.
Die Kinder sollen mutig spielen mit der Chance auch Fehler zu machen. Alle Spieler beteiligen sich an Defensive und Offensive. Individualtaktiken und erste leichte Gruppentaktiken (Doppelpass, Hinterlaufen ,…) können mit in das Training einbezogen werden
Bei eigenem Ballbesitz die Tiefe und Breite nutzen. Bei gegnerischen Ballbesitz gemeinsam und eng verteidigen.  
Freistöße und Abstöße werden kurz ausgeführt. ( Freistöße in Tornähe werden natürlich direkt verwandelt)

Alle Spieler haben eine gesicherte und gerechte Spielzeit  mit gleichmäßiger Verteilung auf Meisterschafts-, Pokal-, Freundschaftsspiele und „Startelfeinsätze“.  

Aufbaubereich D-Junioren  
In der Altersstufe D-Junioren findet der Übergang vom Kinderfußball zum Jugendfußball statt. Die fußballspezifischen Grundsteine sind gelegt und werden in dieser Entwicklungsstufe verfeinert. Das technische Knowhow wird in ein flüssiges Spiel eingebaut. Einzeltaktiken sowie erste Gruppentaktiken werden in den Trainingsplan integriert. Weiterhin gilt aber „Technik vor Taktik“.

D-Junioren:  Techniktraining (Einschleifen)
Beidfüßigkeit wird in Übungen fest integriert

Alle Schusstechniken werden weiter verfeinert
Pässe auch als Flugball
Finten werden weiter verfeinert
Kopfball geradeaus mit beidfüßigem Absprung
Konditionstraining: Geschicklichkeit, Gewandtheit, Gelenkstabilisation, instabiles Schussbein,  Lauf –ABC  

Grundsätzlich werden alle Inhalte des E-Jugendbereiches weitergeschult und in die Trainingsform eingebunden. Beidfüßigkeit, Schnelligkeit (Antritt und Tempowechsel), Koordination, Ballkontrolle, An- und Mitnahme, Finten, Aktion-Anschlussaktion und Umschalten sollte Schwerpunkt der Trainingseinheit sein. Die Kinder sollen lernen eigene Entscheidungen zu treffen. Spieler sollten auf beiden Seiten sowie in Defensive und Offensive eingesetzt werden um sowohl Beidfüßigkeit als auch Spielintelligenz zu fördern.

Alle Spieler haben eine gesicherte und gerechte Spielzeit mit gleichmäßiger Verteilung auf Meisterschafts-, Pokal-, Freundschaftsspiele und „Startelfeinsätze“.  

Leistungsbereich   C – A Jugend  
In diesem Bereich sollten die technischen Grundlagen für  die weitere Entwicklung geschaffen sein. Die Anforderungen an die Spieler entwickeln sich hin zum leistungsorientierten Fußball. Den Jugendlichen kann sowohl körperlich als auch mental einiges mehr abverlangt werden.  

Fortführung der technischen Ausbildung
Automatismen im Spielaufbau
Außenspieler suchen Breite und Tiefe. Zentrumspieler schaffen Überzahl.
Schnelles Umschalten und gezielte Pässe in die Tiefe
Dreiecksbildung und gemeinsames Verschieben
Zonendeckung
Kleingruppentaktische Elemente (Kettenverteidigung,…)
Flexibilität im Positionsspiel
Entwicklung der körperlichen Voraussetzungen

Spieleinsätze durch „Anbieten“ im Training - Wettbewerbsorientierung  

Trainerleitfaden  
Wir als Trainer des SV Union Velbert haben uns dazu entschieden in unserem Breitensportverein den uns anvertrauten Kinder, das Fußballspielen nach besten Wissen zu vermitteln.  
Unser Anspruch ist es den Jugendlichen/Kindern möglichst lange für den Sport Fußball zu begeistern.
Um dieses Ziel zu erreichen, sind wir uns selbst gegenüber verpflichtet, folgende Standards einzuhalten.

  • Für die Kinder sind wir Freund, Ansprechpartner, Motivator und Autorität zugleich. Wir sind uns dessen jederzeit bewusst und treten auch so vor die Kinder
  • Sowohl auf als auch neben dem Platz sind wir Vorbilder. Unser Verhalten gegenüber Kindern, Eltern, Kollegen und auch Gegnern ist stets korrekt.
  • Wir vermitteln den Kindern neben fußballerischen Fähigkeiten auch soziale Kompetenz. Persönlichkeit, Selbstbewusstsein und Charakter werden von uns gefördert. Streit und Meckereien gehören nicht in unseren Verein.
  • Spaß am Sport und der Gemeinschaft stehen im Vordergrund. Wir versuchen jederzeit jedes Kind leistungsstärker zu machen.
  • Unsere Trainingsinhalte sind abwechslungsreich und an die Kinder angepasst. Warteschlangen und „Konditionsbolzen“ gehören nicht in unseren Trainingsplan.
  • Die Kinder werden angehalten eigene Entscheidungen auf dem Platz zu treffen. Ständig gebrüllte Anweisungen von der Seitenlinie helfen uns dabei nicht weiter
  • Wir sind auf das Training vorbereitet und haben immer eine alternative Übung parat.
  • Wir versuchen uns an die Ansprüche an den heutigen Kinderfußball anzupassen und bilden uns dementsprechend weiter.
  • Wir reden nicht mit Eltern über die Kinder anderer Eltern, andere Trainer oder Vergleichbares
  • Die Trainer handeln im Interesse des Vereins und nicht nur im Interesse der eigenen Mannschaft  

Anspruch an die Eltern

  • Eltern haben eine Vorbildfunktion für alle Kinder
  • Entscheidungen des Schiedsrichters und des Trainers sollen nicht zu lautstarken Diskussionen führen. Entscheidungen die nicht verstanden werden, sollten erst im Nachhinein in Ruhe besprochen werden.
  • Trainer werden nicht während des Trainings-oder Spielbetriebs in Problemgespräche verwickelt. Schützt euch und den Trainer vor emotionalen Reaktionen. Sprecht einen Gesprächstermin ab.
  • Anfeuern führt zu Motivation und Leistungssteigerung. Unmutsäußerungen führen zum Gegenteil.
  • Der Trainer benötigt eure Unterstützung beim Auf- und Abbau sowie bei vielen organisatorischen Dingen. Bei der Mannschaftsaufstellung oder der Spielbewertung benötigt er eure Hilfe nicht.